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27   Eine Biographie: Der Kleinelch von Frank

Volvo 480 S, 1992

Volvo 480 S, Baujahr 11/1992 (93er-Modell) mit Schaltgetriebe; umgerüstet auf Autogasbetrieb


„Zuerst fuhr ich als Berufsanfänger einen Renault Clio mit satten 55 PS. So nach und nach reichte das nicht mehr. Da ich damals frisch aus dem Studium kam, reichte das Geld vorne und hinten nicht. Mit anderen Worten: Ich konnte mir nur ein gescheites Auto kaufen, wenn ich den Clio in Zahlung gäbe. Die Sache mit dem Haken war: Den Clio hatte ich zum Berufseinstieg von meiner Mutter bekommen. Als ich dann erwähnte, ich würde gerne ein neues Auto haben, kam der Einspruch: OK, kein Problem, aber es muss ein sicherer Wagen sein, und, Sohnemann, dass das klar ist: Erst wenn deine Mutter sagt es ist OK, kannst du den Wagen tauschen! *Schluck*

Ich kam dann mit Ideen wie: Audi Quattro (...gehts noch? Weisst du was alleine die Zündkerzen kosten?), Golf GTI (...geh' du erstmal mit den 55 PS richtig um), Dreier-BMW, mein Favorit (...Hallo, ich habe dich nicht gross gezogen, damit du vor einen Baum knallst).
Also, dachte ich mir: Sicher, wer ist sicher? Mercedes 190er (gähn), bleibt noch Saab (was Preise....) – wie wärs mit Volvo? Mit geringen Erwartungen (ein 240er oder so eine Kiste) schluppte ich zum VOLVO-Händler meiner Heimat. Und was stand da ? Ein Sportkombi! Wow!
Also wieder heim....Liebe Mutter, wie wäre es denn mit einem kleinen Volvo? Volvo? Warum nicht, die sind sicher. Also Volvo wäre OK. Was ist es denn für einer? Och, so 'ne typische VOLVO-Kiste, steht beim Händler um die Ecke herum.
Mein Glück: Zur gleichen Zeit stand in der Tat eine 240er Limo rum zum fast gleichen Preis.... Ich bin sicher, meine Mutter ging hin und schaute sich diese „Kiste“ an. Dass da auch noch der kleine Weiße steht, ein 480er... naja, man muß ja nicht alles sagen.

Am Wochenende drauf wurde der Vertrag gemacht, der Clio ging in Zahlung. Die Vertragsverhandlung zog sich in die Länge.... Es ging um 400 DMark (diese Währung aus der Nachkriegszeit). Nach 4 Stunden gab der Händler auf, er erließ mir die 400 Mark und ich bekam Winterreifen dazu. Und, ehrlich, danach war ich blank.

Was soll ich sagen, ich fuhr am folgenden Wochenende meinen Clio abgeben und kam mit dem neuen Wagen zu meiner Mutter. Waas? Du hast dir einen Japaner gekauft, einen Honda? Das war nicht abgemacht! Nee, nee liebe Mutter, dass ist der Volvo, von dem ich sprach.

Ein Jahr später gab meine Mutter ihren Audi (Coupe 5E) ab und hatte dann selber einen 480er, den sie bis heute fährt.

Nun ist mein 480er bald 19 Jahre alt; ich fahre den Wagen seit 16 Jahren. Er trug mich 2x ans Nordkap, er sah meine Heirat, die Geburt meines Sohnes, er machte mehrere Jobwechsel mit, er wurde als „Bauwagen“ für meine Hütte verwandt. (Man glaubt nicht, was in einen 480er reingeht: Eine komplette Ecksitzgruppe z.B.; über Bewegungsfreiheit reden wir in dem Fall nicht, es ging nur noch der 1ste, 3te und 5te Gang bei dieser Transportaufgabe rein, weil irgendwas immer im Weg war...).
Sicher, ab und dann kam der Wunsch auf nach einem größeren Wagen... ja, haben wir inzwischen seit 5 Jahren, einen Volvo 945 als „Zweitwagen“.
Ein großer Wagen mit großem Durst! Da reifte die Idee mit dem Autogas. Als erstes wurde der 945 mit einer Autogasanlage ausgestattet. Nach 3 Jahren ohne Probleme beim 945 stand dann fest: Auch der 480er wird nicht mehr den großen Anteil von Mineralölsteuer zahlen. Der 480er fährt nun seit 2 Jahren problembefreit und günstig mit Autogas.
Leistungsverlust? Kaum spürbar. Und mal ehrlich: Während ich früher die A7 zwischen Kassel und Fulda nur aus der Vollgasperspektive kannte, so ist das heute nicht mehr so.
Macken? Ja, schon. Aber ein Freund gab gleich zu Beginn meiner 480er Karriere den richtigen Tip: Lass eine Rundumrostvorsorge machen. Das machte ich und so hatte ich bis jetzt nur wenig Ärger mit Rost.

Wunsch nach einen anderen Wagen?
Nö, nicht wirklich. Und so trägt mich der Kleinelch durch Sonne und Schnee. Ist ja ein Automobil. Kaputtstehen können andere Fahrzeuge, meiner nicht!“

 

Im Dezember 2013...

„Ich kann nix dafür... Er lief mir zu! Ich wollte eigentlich nicht...

Volvo 480 GT

Eigentlich habe ich ja schon einen 480, den weissen, den „S“, den ich schon „S“uper lange fahre (nur 19 Jahre).
Und eigentlich dachte ich, ein neueres Modell wäre mal angebracht, sowas wie ein XC 60 oder so. Und wir haben ja noch das grüne Monster, den 945 B230FK, den echten Waräger, „den svenska bilen !“, die Wand, die der Turbo schiebt….
Ein „Käse-Volvo“ reicht doch…..

Aber wie es so geht, die Karre stand lange bei meinem Schrauber. Stand und stand. So ein 480er kann schon eine ganz schön hartnäckige Standuhr sein.

Preis ? Reden wir nicht drüber. Zu teuer, eigentlich. Eigentlich kam er gar nicht in Frage…..
Dann war er weg….

Ich frage dann meinen Schrauber, wo denn der rote 480er sei. Er wolle sich den selber zu recht machen. Aber dann passierte dann wohl das Eine und das Andere und er fragte mich, ob ich jemanden kennen würde, der einen roten 480er braucht. Braucht ? Nee, brauchen kann sowas niemand.

Volvo 480 GT

Ich schaute mir den Wagen dann an. Rost, aber noch gut behandelbar, in den Radläufen. Der übliche Grint halt. Sonst, soweit ganz OK. Die Sitze, Leder zwar, aber fix und foxi. Aber welcher 480er hat noch original Sitzbezüge, die in Ordnung sind, wenn der Wagen genutzt wurde ? Probefahrt…
Dann der Druck aufs Pedal. Holla. Der geht aber…..
Die Spur war nicht gut eingestellt, mein Schrauber ist ehrlich und sagte mir was sonst noch ist mit dem Wagen, was er noch dran macht und sonst gibt es noch einen Satz Winterreifen….

Abgemacht. So musste ich mich auf die Suche nach einem noch brauchbaren Heckträger begeben, und erstmal wars das eigentlich auch.

Volvo 480 GT

So parkte dann der rote 480 GT bei mir. Er wird im Sommer benutzt. Und er läuft …. Mann-O-Mann.
Es ist zwar auch nur der B20F (Frankrike 1)) mit 2.0 Ltr. Hubraum, wie der Weisse, aber was doch so Serienstreuung ist, erstaunlich.

Zipperlein ? Ja klar. Aber danke der Nachfrage. So nach und nach wird es besser… immer im Sommer.

Und wenn es ganz eng wird, wird er dann in Teilen im weissen S weiterleben, aber es sieht bei beiden eher so aus, dass sie weiterleben können.



1) Frankrike = schwed. Frankreich. Der Renault F3R Motor sowie der F2N heissen bei Volvo B18F sowie B20F. Wir dürfen davon ausgehen, dass das F wahrscheinlich Frankrike heisst, da Volvo selber auch einen B20 hatte, im Amazon, im PV444 (Buckel) und sogar im P1800 gab es diesen Motor als Basis. Volvo hat damals Motoren sehr ökonomisch entwickelt, die wurden in verschiedenen Fahrzeugen und bei Volvo-Penta als Bootsmotoren genutzt.”


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