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Austausch des Getriebeölfilters

Achtung: Diese Beschreibung stellt nur den Getriebeölfilter eines Automatik-Getriebes an einem Turbo-Motor der Phase I dar!

Sorgt das Motoröl dafür, dass alle inneren Komponenten des Motors, etwa die Nocken- und Kurbelwelle, einwandfrei geschmiert, sozusagen in einem Ölbad sind, hat das Getriebeöl die Aufgabe, das Getriebe selbst zu schmieren. Das Getriebeöl versorgt übrigens nicht mehr die Antriebswellen, die jeweils an beiden Enden ein eigenes, durch Manschetten geschütztes „Fett-Bad“ nehmen.

Vor dem Wechsel sollten folgende Dinge mindestens eingekauft sein:

  • Dichtung auf der Getriebölwanne (Teilenr. VOLVO: 3345331)
  • Dichtung für das Filtergehäuse (muss ggf. auf Filterpapier nachgeschnitten werden!)
  • Getriebeöl, bspw. ATF 22 von ARAL (Füllmenge gesamt: 5,5 Liter)
  • Getriebeölfilter (Teilenr. VOLVO: 3454799)

Das folgende Bild zeigt bei abmontiertem Federbein den Getriebeöl-Behälter an der Fahrerseite vorne.


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Wie unschwer zu erkennen ist, ist die Getriebeölwanne nur zu entfernen, wenn der Motor--Getriebeblock frei ist. Mit anderen Worten: Die Karosserie ist über den Motor-Getriebeblock zu heben!

Bei einem solchen Aufwand ist gut zu überlegen, was sich an dem nunmehr freistehenden Motor praktischerweise anbietet, zusätzlich gewechselt zu werden, etwa der Zahnriemen, die Wasserpumpe, das Lenkgetriebe usw. Bei dieser Gelegenheit bietet es sich ggf. auch an, den Motorinnenraum auf Vordermann zu bringen. Im Klartext: Alle Arbeiten, die sich am einfachsten bei dem herausgenommenen Motor-Getriebeblock erledigen lassen.

Unten ist der ausgebaute Motor-Getriebeblock zu sehen. Neben der Getriebeölwanne ist übrigens der (gelbe) Peilstab für den Getriebeölstand zu sehen.


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Es sei übrigens bemerkt, dass nur für den Getriebeöl-Filterwechsel der Ausbau der Motor-Getriebeeinheit erforderlich ist, nicht hingegen, wenn lediglich das Getriebeöl gewechselt werden soll! In aller Regel ist es aber gerade nicht das Getriebeöl welches gewechselt werden muss, sondern dessen Filter. Ein solcher Filterwechsel wird erfahrungsgemäß bei einem Phase I-Automatikgetriebe nach etwa 140.000 Kilometer sinnvoll. Nicht selten hingegen erreichen Automatikgetriebe problemlos einen Zählerstand von 200.000 Kilometer, bis der Filter auszutauschen sein wird. Das Problem ist hierbei, dass von aussen ein Filterwechsel nicht erkennbar ist, es aber zu spät sein kann, wenn der automatische Gangwechsel sich nur verzögert oder gar überhaupt nicht mehr einstellt.

Für das Ablassen des Getriebeöls gibt es zwei Ablassschrauben; sie sind im folgenden Bild – von vorne unter das Auto gekrochen und zur Fahrerseite hin (nach rechts) geschaut – dargestellt.


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Die Ablassschrauben sorgen für den Abfluß des Getriebeöls aus der Ölwanne und dem Getriebeblock selbst (obere Schraube).

Ist das Öl abgelassen, muss die Ölwanne entfernt werden. Die Ölwanne ist mit Torx-Schrauben befestigt. Mit viel Glück reicht ein Torx-Schrauber, aber die Gefahr ist groß, dass die Schraubenköpfe schnell ausgelutscht sind. In diesem Fall muss mit einem Flachschraubenzieher und einem Hammer – und etwas „Gefühl“ – die jeweilige Schraube gegen den Uhrzeigersinn locker geschlagen werden. Achtung: Die Schrauben haben unterschiedliche Längen! Es ist also ratsam, die Schrauben derart abzulegen, als dass sie in der gleichen Reihenfolge auch wieder eingeschraubt werden können. Ersatzschrauben sind bei VOLVO wahrscheinlich nicht mehr erhältlich, aber in jedem gut sortierten Schraubenfachhandel, ggf. als Imbusschrauben.

Ist der Ölwannenbehälter abgeschraubt – Sicht frei auf das Filtergehäuse:


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Auch das Filtergehäuse ist durch Torxschrauben (unterschiedlicher Größe!) befestigt. Da alle Schrauben aber immer ein Getriebeöl-Vollbad genossen haben, ist deren Lösen kein Problem.

Auf dem Filtergehäuse sitzt eine filigran gewundene Dichtung, die offensichtlich nicht mehr original bei VOLVO erhältlich ist. Mit im Kfz-Fachhandel erhältlichem „Filterpapier“ wird diese Dichtung nachzuschneiden sein.


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Filtergehäuse mit altem Filter
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Filtergehäuse ohne Filter

Dass sich ein Filterwechsel durchaus lohnen kann, in diesem Beispiel bei einem Phase I-Automatikgetriebe eines Turbos, Bj. 1990 bei einem Kilometerstand von ca. 135.000 Kilometer, zeigt folgender Vergleich zwischen dem alten und dem neuen Filter:


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Nach dem Einsetzen des neuen Filters in das Filtergehäuse wird dieses wieder angeschraubt. Anschliessend – mit einer noch bei VOLVO erhältlichen neuen Dichtung (Stand 03/2011) – die Getriebeölwanne.

Mit einem Trichter wird nun das neue Getriebeöl von oben eingelassen, das sind ca. 5,5 Liter nach VOLVO-Angaben für das Automatikgetriebe. Das folgende Bild zeigt die Einlass-Schraube für das Getriebeöl.


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Motor an, erste Runden drehen mit einem erholten, dankbaren Automatik-Getriebe und wieder Spass haben!



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