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Getriebeölwechsel

Das Getriebeöl sorgt für eine einwandfreie Schmierung des Getriebes und der im Getriebeblock verbauten Komponenten, etwa das Achs- und das Ausgleichsgetriebe (Differential) sowie die Kupplungen der beiden Antriebswellen.

Nach Angaben von VOLVO ist ein Getriebeölwechsel über die gesamte Lebensdauer des kleinen Elches nicht erforderlich. Daher gibt es auch keine Vorrichtung, mittels derer der Füllstand des Getriebeöls kontrolliert werden könnte. Gehen aber bspw. die Gänge schwer rein oder macht das Getriebe stellenweise ungewöhnliche Geräusche, kann das auch daran liegen, dass im Getriebe zu wenig Öl ist; denn gerne ist der kleine Elch getriebeseitig inkontinent, bspw. an den Simmerringen der Antriebswellen, dem Rückfahrschalter, seltener an der Ein- oder Ablassschraube für das Getriebeöl. Statt Getriebeöl „nachzukippen“, ist es ratsam, gleich das ganze Getriebeöl zu wechseln, damit ist dann auch die Sortenreinheit gewährleistet. Bei getriebeseitigen Reparaturen wird der Ölwechsel zwingend, da zuvor das gesamte Getriebeöl abgelassen werden muss.

Im Gegensatz zu einem Automatik-Getriebe, welches hier nicht beschrieben wird (!), besitzt das Getriebe eines 480er-Schalter keinen Getriebeölfilter.

Vor dem Wechsel sollten folgende Dinge mindestens eingekauft sein:

  • 3,4 Liter Getriebeöl (SAE 75 W80, API GL-5); VOLVO-Nummer: 1161681 (VOLVO-Preis: EUR 73,79 brutto; 05/2011)
  • Dichtungsring(Kupfer) für die Einlassschraube; Volvo-Nummer: 11998
  • Dichtungsring (Kupfer) für die Ablassschraube

Da vor allem die Ablassschraube sehr schnell „abgenudelt“ ist, empfiehlt es sich, sicherheitshalber auch eine neue Ablassschraube zu kaufen. Bei der Einlassschraube ist das Problem, sehr schnell unbrauchbar zu sein, konstruktionsbedingt nicht so gravierend, aber auch hier sollten etwa 1,60 Euro keine Rolle für eine neue Einlassschraube (VOLVO-Nummer: 3224662) spielen.

Lässt sich die Ablassschraube nicht mehr öffnen, kann das Getriebeöl dennoch abgelassen werden, dies erfolgt dann alternativ über das Lösen des Rückfahrschalters. Der Rückfahrschalter selbst besitzt keinen Dichtungsring. Im allgemeinen wird auf das Gewinde eine Dichtmasse gestrichen, die temperaturbeständig und resistent gegen Öle ist, bspw. Hylomar oder Reinzosil – solches ist in jedem gut sortieren Kfz-Fachhandel zu erhalten oder via Internet einzukaufen.

Haufig ist es bei dieser Gelegenheit auch sinnvoll, den Rückfahrschalter selbst auszutauschen; dies ist dann angesagt, wenn das Zylinderende des Schalters keine glatte Halbkugel mehr darstellt, sondern exakt an dieser Stelle „abgewetzt“ ist. Der Rückfahrschalter ist unter der VOLVO-Nummer 3416102 für EUR 26,62 brutto, Stand 05/2011, bei VOLVO erhältlich.

An Wekzeug ist neben einem gut sortierten Ring-/Maulschlüsselsatz (Grösse 10-22) und/oder einem Standardratschenkasten nur ein Vierkantschlüssel für die Einlass- und Ablassschraube erforderlich. Die Ablassschraube wünscht einen Vierkant 8mm, die Einlassschraube einen Vierkant mit 11 mm. Ein solcher Schlüssel der beide Grössen beinhaltet und einen möglichst langen Hebelarm besitzt, sollte in keinem 480er-Werkzeugsatz fehlen; da beide Schraubentypen zuweilen martialisch fest angezogen sind, sollte der genannte lange Hebelarm nicht vernachlässigt werden, um ausreichend Drehmoment auf die Schrauben zu erhalten. Einen handelsüblichen Vierkantschlüssel (8 mm und 11 mm) der im Fachmarkt (keine „Bauhäuser“!) erhältlich ist, zeigt die folgende Abbildung.


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Öl ablassen und Öl auffüllen bleibt immer eine etwas schmuddelige Angelegenheit. Mit dem richtigen Equipment hingegen lässt sich alles ganz gut angehen, ohne dass ein Tropfen Öl danebengeht. Erforderlich ist daher ferner eine flachförmige Ölauffangwanne (Kapazität mindestens 4 Liter) und ein Trichter mit flexiblem Ablauffortsatz zum Einfüllen des Getriebeöls. Achtung: Mit einem Standardtrichter ist der Einfüllöffnung für das Getriebeöl nicht beizukommen! In der folgenden Abbildung links ist ein solcher Einfülltrichter dargestellt.


 
Wer sich nicht in der Benutzung einer Hebebühne oder einer Grube glücklich schätzen darf, fährt seinen kleinen Elch mit der Vorderachse auf zwei Auffahrrampen oder bockt sein Auto – in Ermangelung auch von Auffahrrampen – vorne an beiden Seiten auf. Dann ist die Handbremse zu ziehen, an mindestens einem Hinterrad ein bzw. zwei Keile zu legen; solange nicht der Rückwärtsgang eingelegt ist, kann – muss aber nicht – ein Gang eingelegt werden.

Zu Beginn steht das Lösen des Plastikunterfahschutzes. Als nächstes ist nun das (alte) Getriebeöl abzulassen. Mit dem Vierkantschlüssel gewappnet und der Ölauffangwanne ist dazu von vorne unter das Auto zu robben und mit dem 8mm-Vierkant die Ablassschraube aufzudrehen.

Ist die Vierkantpassform der Ablasschraube „abgenudelt“ oder gebrochen, mag ein einmalig draufgeschlagener Ringschlüssel noch helfen (eventuell Größe 14). Ist auch hier kein Land in Sicht, hilft ggf. noch eine lange Rohrzange. Dann aber ist Schluss und das Getriebeöl muss allternativ über den Rückfahrschalter abgelassen werden – gleichwohl hierbei eine geringe Restmenge an Getrriebeöl im Getriebeblock verbleiben wird.


Soweit der Rückfahrschalter ausgebaut wird, sind von dem zuvor seine beiden Elektrokabel abzuziehen; dann kann mit einem 22er-Maulschlüssel der Rückfahrschalter ausgeschraubt werden.

Die folgende Aufnahme wurde von vorne und unten, gegen die Fahrtrichtung gemacht. Die Ablassschraube ist ganz in der Nähe dort, wo das Schaltgestänge in den Getriebeblock geht. (Der erfahrene Leser sieht übrigens, dass hier auch der Führungsstift des Schaltgestänges am Eingang zum Getriebe gelöst worden ist – das hat aber nichts mit dem Getriebeölwechsel zu tun!)
Auch der Rückfahrschalter kann nicht übersehen werden (es sei denn, er ist komplett verölt und damit an seiner Spitze an den Kabelschuhen undicht!). In diesem Fall war die Ablassschraube „nicht mehr zu retten“ und das Öl wurde über den Rückfahrschalter abgelassen.


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Auch die Einfüllschraube ist auf der obigen Abbildung gut erkennbar. Sie ist überraschenderweise nicht auf der Oberseite des Getriebeblocks, sondern in Fahrtrichtung vorne angebracht. Hier kommt jetzt, wenn das Öl abgelassen worden ist und die Ablassschraube (mit Kupferring) oder der Rückfahrschalter (mit Dichtungspaste) wieder feste angebracht worden ist, der Trichter mit Ablauffortsatz in's Spiel – vorher die Einfüllschraube mit dem 11mm-Vierkant lösen.
Ölauffangwanne unter die Einlassöffnung stellen und Motorhaube öffnen. Links an der Batterie vorbei nach unten geschaut, ist jetzt die Einfüllöffnung für das Getriebeöl zu sehen. Im allgemeinen reicht der Standard-Trichter, trotz Ablauffortsetzung, von oben (über der Batterie und den Luftfilter) bis zum Einfülloch nicht heran. Also ist die Batterie und ggf. noch das Oberteil des Luftfiltereinsatzes herauszunehmen – und dann passt alles wunderbar:


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Knapp 3,2 Liter möchte das Getriebe an Öl, wenn die noch im Getriebe verbliebene Restmenge aufgrund des Ablassen über den Rückfahrschalter berücksichtigt wird. Mit anderen Worten: Wenn das Öl aus der Einfüllöffnung wieder rauskommt, ist Schluss. Dann ist nur noch die Einlassschraube, versehen mit einem neuen (Kupfer-)Dichtring, wieder einzuschrauben.

Jetzt kommt wieder die Batterie herein, der Luftfilterdeckel und unten die Unterfahrschutzabdeckung. Fertig ist der Getriebeölwechsel – Zündschlüssel drehen und wieder Spass haben. Ein Kontrollblick auf Ablass- und Einlassschraube sollte nach ein paar Tagen ob deren Dichtigkeit auf jeden Fall durchgeführt werden.


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Links ist zur Information noch einmal ein ganz neuer Rückfahrschalter abgebildet. Ihm eigen ist die halbkugelförmige Zylinderspitze, die in das Getriebe hineinragt und bei Einlegen des Rückwärtsganges eingedrückt wird (Rücklichter gehen an). Ist diese Zylinderspitze stark „angefressen“, ist ein Austausch des Rückfahrschalters empfehlenswert.


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